Baufinanzierung: Was braucht die Bank?

Der Plan steht! Ein Haus muss her. Vielleicht hast du dein Traumhaus ja sogar schon gefunden. Dann geht es jetzt weiter mit einem gaaanz wichtigen Besuch bei der Bank. Denn ohne Baufinanzierung ist, für die meisten von, die Realisierung vom Eigenheim nahezu unmöglich.

Wenn demnächst der Banktermin ansteht, dann solltest du dich jetzt schon gut darauf vorbereiten. Denn die Bank wird einige Fragen haben, die du beantworten musst. Gleichzeitig solltest du die wichtigsten Unterlagen paratt haben, damit alles schnell und unkompliziert von statten geht.

Welche Unterlagen benötigt die Bank?

Für die Bank sind diverse Unterlagen sehr wichtig, da anhand dessen deine Baufinanzierung bewilligt oder abgelehnt wird.

Alles über das Haus

Natürlich steht das Objekt der Begierde im Vordergrund. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird in den ersten Minuten nur über das Haus gesprochen. Dabei klärt der Berater ab, wie viel Geld die Immobilie kostet. Außerdem werden zusätzliche Kosten, wie z. B. für die Renovierung/Sanierung, Notarkosten, etc. hinzugezählt.

Von daher ist es gut, wenn du bereits alle wichtigen Fakten zum Traumhaus in den Händen hälst. So kannst du schnell auf Fragen reagieren und dein Berater erhält einen ebenso schnellen Überblick.

Hier die wichtigsten Unterlagen zum Haus, die du dabei haben solltest:

  • einen Lageplan des Hauses
  • eine detaillierte Baubeschreibung
  • die Gesamtkostenaufstellung (Kaufpreis, inkl. Renovierung, etc.)

Die persönliche Situation

Nachdem alle Fakten zum Haus geklärt sind, geht es mit der persönlichen Situation weiter. Hier wird ermittelt, ob deine Bonität in Ordnung ist. Also, ob du in der Lage  und gewillt bist, einen solchen Kredit abzubehahlen.

Ein wichtiges Dokument ist in diesem Schritt dein Einkommensnachweis. Privatpersonen bringen idealerweise die letzten drei Gehaltsabrechnungen mit. Gleichzeitig sollte der Arbeitsvertrag vorliegen, damit das Beschäftigungsverhältnis geprüft werden kann.

Selbstständige und Freiberufler können natürlich keine Gehaltsabrechnung oder einen Arbeitsvertrag vorlegen. Sie bringen daher die letzten zwei Jahresabschlüsse mit sowie den Einkommenssteuernachweis. Auch eine aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung kann von notwendig sein.

In beiden Fällen solltest du deinen Personalausweis oder den Reisepass zur Legitimation mitnehmen.

Wenn es Versicherungsverträge gibt, wie beispielsweise eine Kapitallebensversicherung, dann solltest du auch hierzu die Unterlagen einpacken. Ggf. kann die Versicherung dir später helfen, das Darlehen abzubezahlen.

Sollte es noch weiteres Vermögen geben, egal ob bei einer anderen Bank (z. B. Wertpapiere im Depot) oder einer Versicherung, so müssen auch diese Daten vorgelegt werden. Je mehr du an Eigenmitteln vorweisen kannst, umso besser.

Die persönlichen Unterlagen zusammengefasst:

  • Einkommensnachweis von drei Monaten oder
  • letzten zwei Jahresabschlüsse bei Selbstständigen
  • aktueller Einkommenssteuerbescheid, bzw. Einkommenssteuernachweis
  • Bescheid über Versicherungen
  • Bescheid über anderweitiges Vermögen (Aktien, etc.)
  • Personalausweis oder Reisepass
  • Nachweis über Zahlungsverpflichtungen (andere Kredite, Unterhaltszahlung, etc.)

Die Frage nach Sicherheit

Für ein Kreditinstitut ist es nur selbstverständlich, wenn sie so viele Sicherheiten wie nur möglich von dir verlangen. Dies ist aber nicht nur gut für die Bank sondern auch für dich. Denn je mehr Sicherheiten du hast, umso weniger kann dir passieren.

Steht z. B. eine Erbschaft an, so kannst du auch diese bei der Planung mit einkalkulieren. Voraussetzung sollte jedoch sein, dass du die Summe auch wirklich bekommst.

Die folgenden Unterlagen solltest du somit ebenfalls dabei haben:

  • einen aktuellen Grundbuchauszug
  • ggf. eine Wertbeschreibung des Finanzamts
  • bei Neubauten eine Baugenehmigung
  • eine Wohnflächenberechnung
  • ggf. Versicherungen fürs Haus (z. B. Brandversicherung)
  • Restschuldversicherung und/oder Risikolebensversicherung

Weitere Kreditgeber

Nicht selten wird eine Baufinanzierung auf mehrere Kreditgeber aufgeteilt. So kannst du z. B. ein Darlehen von der KfW bekommen und ein Zweites von deiner Bank. Je mehr Darlehen oder Kredite du bereits aufgenommen hast, umso mehr Unterlagen musst du natürlich einreichen.

Solltest du dir Geld von deiner Familie oder einem anderen privaten Geldgeber besorgen, solltest du auch dies beim Gespräch erwähnen.

Es gibt so einiges, woran gedacht werden muss

Der Kauf oder Bau eines neuen Eigenheims ist keine Kleinigkeit. Aus diesem Grund musst du dich auch auf einen Kredittermin gut vorbereiten. Wenn du jedoch alle Unterlagen zusammen hast, dann ist alles nur noch halb so schlimm.

4 Kommentare:

  1. Gerade bei Selbstständigen kann es da jedoch immer wieder zu Problemen kommen. Aus der Erfahrung kann ich dir sagen, dass man für jede Art von Kredit schon eine Menge EK mitbringen sollte. Da haben es Angestellte oder sogar Beamte deutlich einfacher.

  2. nützliche Artikel, half es mir sehr viel, danke

  3. Danke für den Artikel, den ich wirklich sehr hilfreich fand. Ich hätte nur noch eine Frage:
    Ich werde mich im nächsten Jahr selbständig machen und wir möchten nächstes Jahr bauen. Ist es ratsamer den Kredit zu beantragen, solange man noch angestellt ist? Ich dachte eigentlich nicht dass das einen Unterschied machen würde.

    • Ich, an deiner Stelle, würde mit der Bank sprechen. Erzähl ihnen von deinen Plänen.
      Gemeinsam werdet ihr sicherlich eine Lösung finden. Du hast ja nichts davon, wenn du jetzt eine Baufi abschließt und der Bank verheimlichst, dass dein Einkommen in einem Jahr ggf. schwanken wird. Immerhin wird so ein Vertrag langfristig geplant und die monatlichen Einnahmen sind wichtig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kommentarlinks könnten nofollow frei sein.